Albert Riera: "Ich hatte Spaß"Frankfurts neuer Trainer ist voller Liebe, aber ohne Sieg

Noch immer hat Eintracht Frankfurt im Jahr 2026 keinen Sieg geholt. Ganz spät vermasselt ein Elfmeter für Union Berlin die Premiere. Trotzdem ist die Laune nach dem Debüt des neuen Trainers Albert Riera prächtig.
Auch ohne den erhofften Sieg zum Einstand als neuer Trainer von Eintracht Frankfurt war Albert Riera zufrieden mit seiner Bundesliga-Premiere. "Ich achte nicht so sehr auf den Spielstand. Ich konzentriere mich darauf, viele gute Dinge zu tun, und bin mir sicher, dass sich das Ergebnis dann einstellen wird", sagte der Spanier nach dem 1:1 beim 1. FC Union Berlin. "Ich habe sehr viele gute Dinge gesehen." Er betonte: "Ich hatte Spaß, meine Spieler zu sehen. Sie haben das Spiel gefühlt."
Auch Sportvorstand Markus Krösche, der den in Deutschland weitgehend unbekannten Mallorquiner als Nachfolger von Dino Toppmöller verpflichtet hatte, sah erste Fortschritte unter dem neuen Coach - trotz des neunten Pflichtspiels in Serie ohne Sieg. Es sei ein "guter Anfang" gewesen, meinte Krösche: "Wir haben von hinten raus Fußball gespielt, haben viel Kontrolle gehabt und wenig Umschaltmomente zugelassen."
73 Prozent Ballbesitz hatte Frankfurt - mit einem simplen Grund. "Wenn du den Ball hast, hat ihn nicht der Gegner - und damit kann er dir nicht wehtun", sagte Riera. Dass sein Spielstil vergleichbar mit jenen von großen spanischen Trainern wie Pep Guardiola oder Mikel Arteta sei, wollte er nicht hören. Es gebe vielleicht einige Parallelen, "aber ich habe meine eigenen Ideen, an die ich glaube."
Die Spieler loben ihren neuen Chef
Mittelfeldspieler Mario Götze lobte den neuen Coach: "Wir haben gute Schritte gemacht die letzten Tage, sind stabiler, aggressiver und deutlich besser im Spiel gewesen als zuvor", sagte der 33-Jährige bei Sky: "Wir haben ein ganz gutes Spiel gemacht und waren sehr dominant. Es war sehr positiv, die Körpersprache war gut. Jeder wollte den Ball haben. Wir wissen alle, wie schwer es ist, hier zu bestehen."
Mittelfeldspieler Hugo Larsson verriet, wie der emotionale Trainer die Spieler für die Partie in der Alten Försterei heiß gemacht hatte. "Seine Rede rief dazu auf, rauszugehen und Spaß zu haben, zu dominieren, wie Löwen zu sein, hungrig und leidenschaftlich Fußball zu spielen", sagte der Schwede: "Wir mussten mutig hierherkommen und den Fans zeigen, dass etwas Neues kommt - und dass das etwas Gutes ist. Ich denke, das ist uns ganz gut gelungen."
Der späte Führungstreffer von Nathaniel Brown (84. Minute) hatte Frankfurt sogar kurz auf den großen Befreiungsschlag hoffen lassen. Doch Union kam durch einen Elfmeter von Leopold Querfeld (87.) zum schnellen Ausgleich, und dabei blieb es dann auch.
Verursacht wurde der Strafstoß von Oscar Höjlund, der für das plumpe Foulspiel an Rani Khedira die Gelb-Rote Karte sah. Riera stellte sich dennoch öffentlich vor den Dänen. "Ich liebe meine Spieler, ich muss sie unterstützen", sagte der Trainer. Es gehe ihm nicht darum, Profis bei Fehlern "zu bestrafen", sondern ihnen Lösungen mitzugeben.